Worum es geht: Ein gutes Exposé entscheidet darüber, ob ein Interessent anruft — und ob er zum Besichtigungstermin erscheint. Aber: Ein gutes Exposé zu schreiben kostet Zeit. Stunden pro Objekt, oft abends nach Feierabend. Dieser Ratgeber zeigt, wie Maklerbüros heute die reine Schreib- und Layout-Arbeit abgeben können — und mehr Zeit für Besichtigungen, Verhandlungen und Abschlüsse bekommen. Mit echten Beispielen aus einem laufenden Projekt in Bayern.
Das eigentliche Problem ist nicht das Schreiben — es ist das Wiederholen
Wer mit Maklern spricht, hört eine bekannte Geschichte: Pro Objekt werden Lagedaten gesammelt, Ausstattung notiert, Fotos sortiert, ein Lagetext geschrieben, ein Objekttext formuliert, alles ins Layout gegossen, PDF generiert, Energieausweis-Infos eingebaut. Pro Exposé: 1,5 bis 3 Stunden, oft länger bei komplexen Objekten. Bei einer Pipeline von 20 Objekten parallel sind das 40 bis 60 Stunden Verwaltungsarbeit pro Monat — Zeit, die nicht in Besichtigungen oder Akquise fließt.
- Lagetext recherchieren — Schulen, Kindergärten, Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten (immer fast die gleiche Recherche pro Stadtteil)
- Objekttext formulieren — Standardbausteine je nach Objekttyp (EFH, ETW, Gewerbe) immer wieder ähnlich
- Fotos sortieren und beschriften — manuelle Auswahl der Highlights
- Layout-Aufbau — Briefkopf, Logo, Energieausweis, Pflichtangaben nach MaBV/EnEV
- Korrekturschleifen mit dem Eigentümer — Tippfehler, Detail-Änderungen, neue Version
Wie ein automatisierter Exposé-Workflow konkret abläuft
Schritt 1: Objektdaten erfassen — strukturiert und einmal
Sie haben heute schon irgendwo Ihre Objektdaten: in onOffice, Propstack, FlowFact, in einer Excel-Liste oder im Notizbuch. Der Workflow setzt genau dort an, wo Ihre Daten schon sind. Falls Sie eine Maklersoftware nutzen, lesen wir die Daten direkt aus. Falls nicht, bekommen Sie ein einfaches Formular — strukturiert nach Objekttyp, mit allen Pflichtfeldern (auch MaBV-relevanten).
Schritt 2: Lagetext aus Standort-Daten generieren
Das System kennt die typischen Lagedaten für bayerische Städte und Gemeinden. Aus der Adresse werden automatisch Lageinformationen zusammengestellt: Anbindung an ÖPNV, nahe Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, charakteristische Merkmale des Stadtteils. Das alles in Ihrem Tonfall — kalibriert aus 5–10 Ihrer bestehenden Exposés.
Schritt 3: Objekt-Beschreibung in Ihrem Stil
Aus den Ausstattungsdaten entsteht der Objekttext: Wohnfläche, Raumaufteilung, Highlights wie Balkon-Süd, Einbauküche, Stellplatz. Die KI nutzt Ihre bevorzugte Wortwahl — wenn Sie „großzügiger Wohnraum" schreiben, schreibt das System nicht plötzlich „opulente Räumlichkeit". Konsistenz mit Ihrer Marke ist wichtiger als KI-Kreativität.
Schritt 4: Fotos sortieren und beschriften
Sie laden Fotos hoch — das System ordnet sie nach typischer Exposé-Reihenfolge (Außen, Wohnbereich, Küche, Schlaf, Bad, Sonstiges) und schlägt Bildunterschriften vor. Wenn Sie Personen oder fremde Kfz-Kennzeichen auf Fotos haben, werden diese automatisch unkenntlich gemacht — DSGVO-konform.
Schritt 5: PDF im eigenen Layout
Das finale Exposé wird in Ihrem Briefkopf zusammengebaut, mit Pflichtangaben (Energieausweis-Eckwerte, Provisionshinweis, Widerrufsbelehrung gemäß Wohnimmobilienvermittlungsgesetz). Sie bekommen das fertige PDF zur Freigabe in Ihr E-Mail-Postfach — und korrigieren ggf. die letzten 10 %.
- Vorher: ca. 2 Stunden pro Exposé
- Nachher: ca. 10–15 Minuten pro Exposé (Eingabe + Korrektur)
- Bei 10 Exposés pro Monat: ~ 18 Stunden frei pro Monat — Zeit für 4–6 zusätzliche Besichtigungen
- Reaktionszeit auf neue Objekte: von Tagen auf Stunden
Warum gerade Makler von Automatisierung besonders profitieren
Drei Gründe machen Maklerbüros zum idealen Anwendungsfall:
- Repetitive Struktur: Jedes Exposé hat dieselben Pflichtfelder, dieselben Bausteine, denselben Aufbau — perfekt für Mustererkennung.
- Schnelligkeit zählt: Wer ein Top-Objekt am Mittwoch akquiriert und es erst am Montag online stellt, verliert oft Käufer an schnellere Konkurrenten.
- Saisonale Spitzen: Im Frühjahr und nach Sommerferien explodiert das Volumen — Automatisierung trägt genau dann, wenn manuell nichts mehr geht.
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Was DSGVO und MaBV im Exposé bedeuten
Im Maklergeschäft gelten zwei zusätzliche Regelwerke, die in der Software-Architektur mitgedacht werden müssen:
DSGVO bei Eigentümer- und Mieterdaten
Persönliche Daten — Name des Eigentümers, Mietverhältnis, Sondernutzungsrechte — dürfen nicht ungeschützt durch eine KI laufen. Im Workflow werden diese Daten vor dem KI-Aufruf automatisch maskiert, sodass die KI ausschließlich Objektdaten sieht. Nach Generierung werden Personenangaben (sofern erforderlich) im finalen PDF wieder eingesetzt — aber unter Ihrer Kontrolle, nicht durch die KI.
MaBV-Pflichtangaben und Widerrufsrecht
Im Exposé müssen je nach Konstellation ausgewiesen sein: Energieausweis-Eckwerte (Endenergiebedarf, Baujahr, Heizungsart, Energieträger), Provisionshinweis, Widerrufsbelehrung bei Online-Vertragsschluss. Diese Bausteine werden im Layout automatisch eingefügt — anhand der Pflichtfelder, die Sie im Erfassungsformular ausfüllen. Sie können sie also gar nicht vergessen.
Was Sie als Maklerbüro vor dem Start mitbringen sollten
- 5–10 bestehende Exposés — als Kalibrierungs-Material für Ihren Stil
- Layoutvorlage / Briefkopf — als InDesign-Vorlage, PDF oder Word-Dokument
- Zugang zu Ihrer Maklersoftware (optional) — falls Sie eine nutzen
- Energieausweis-Standardwerte — falls Sie wiederkehrende Bauformen haben
Alles andere übernehmen wir in der Einrichtung.
Häufige Fragen
Was, wenn meine Maklersoftware keine Schnittstelle hat? +
Für die meisten Maklersoftware-Lösungen gibt es offizielle APIs (onOffice, Propstack, FlowFact). Wenn nicht, läuft die Datenübergabe per E-Mail-Export oder strukturiertem Formular. Es gibt keinen Fall, in dem wir an einer Software gescheitert sind.
Kann ich auch nur den Lagetext automatisch generieren lassen? +
Ja. Manche Büros starten mit nur dem Lagetext, weil der die größte Recherche-Zeit verschlingt. Sobald das gut funktioniert, erweitern wir auf Objekttext und Layout.
Funktioniert das auch für Gewerbeobjekte? +
Ja, mit angepassten Templates. Gewerbeobjekte haben andere Pflichtfelder (Nutzungsarten, Anschlusswerte, Stellplatzschlüssel) — diese werden im Erfassungsformular separat abgefragt und im Layout berücksichtigt.
Was passiert mit Bewertungen, Preisempfehlungen oder Mietspiegel-Daten? +
Der Workflow ist für die Exposé-Erstellung optimiert, nicht für Bewertung. Wenn Sie zusätzlich automatisierte Marktanalysen oder Mietpreis-Vorschläge wollen, ist das ein separater Workflow, den wir auf Wunsch ergänzen.
Geschäftsführer & Gründer von BTS Intelligence. Begleitet Maklerbüros in Bayern bei der Einführung von Exposé- und Dokumenten-Automatisierung — inklusive DSGVO-konformer Schwärzung und MaBV-konformer Pflichtangaben.